Una experiencia rara...


Mal ein Eintrag, der aus dem Rahmen fällt...

Ihr glaubt nicht, was uns gestern passiert ist.
Ich habe mir gedacht, DAS ist ein Eintrag wert...und da mein Wochenende so voll wird und ich euch nicht zuu viel zumuten möchte, schreibe ich euch JETZT schon mal, was uns gestern Abend passiert ist.

Es ist der 18. September 2012 - 19.25 Uhr. Die Idee war: Tickets kaufen. Richtig, da wir zu den Wasserfällen fahren, wird es langsam (2 Tage vorher!) Zeit, die Bustickets zu besorgen. Obwohl – angefragt hatten wir ja schon.
Na gut, zurück zur eigentlichen Sache.
Wir waren mit dem weißen, kleinen Auto unterwegs um die Tickets zu holen. Pichu, Tina, Delia und Ich. Da das Büro der Busgesellschaft schon zu hatte, sind wir noch kurz „shoppen“ gefahren - in „Luisito“ und danach in das Shopping-Center „Shopping del Pueblo“.
Ich glaube es war ca. 21 Uhr, als wir das Center verlassen haben. Schon beim rausgehen ist uns aufgefallen: Es riecht nach Regen! Das es an dem Tag regnen sollte und auch stürmen, war uns allen klar. Es war außerdem den ganzen Tag schon ziemlich windig.
Jedenfalls, sind wir ins Auto gestiegen und wollten nach Hause fahren.
Es war sehr schwül und warm, darum hatten wir die Fenster aufgelassen.
Plötzlich fing es an richtig stürmisch zu werden. Das hieß für uns: Schnell Fenster zu.
Innerhalb von Sekunden tobte um uns ein richtiger Sandsturm. Aus dem Fenster heraus, konnte man kaum noch die Straße erkennen.
So viel in etwa konnten wir auch in Wirklichkeit nur erkennen (und dann kam noch der Regen)
Nach einigen Minuten Fahrt, kam der Regen. Schon an den ersten großen Tropfen konnte man erkennen, dass es heftig werden würde. Ein paar kleine Hagelkörner waren auch schon dabei.

Pichu (als Fahrerin) entschied sich dazu, aufgrund des Regens, des Sturms und der (noch sehr, sehr kleinen) Hagelkörner, rechts ran zufahren. Da kam die Tankstelle gerade richtig.
Wir sind halb unter das Dach der Tankstelle, direkt neben den Laden, wo man bezahlt, gefahren und haben dort das Auto untergestellt.

Der Regen war so heftig, dass ich auf eine ganz blöde Idee kam.
Ich dachte mir so: ‚Wow, krank – davon muss ich unbedingt ein Foto machen.’
Also ich: „Mädels, ich geh raus. Fotos machen.“ Dämliche Idee, dennoch hat mich keiner schnell genug aufhalten können und schon war ich draußen.
Kaum die Tür des Autos auf – ich hatte gerade einen Fuß draußen – war ich schon klitschnass. Egal – weiter unters Dach drunter und Handy raus: Das musste unbedingt Fotografiert werden (Fotos sind nebenbei nicht uuunbedingt die Besten geworden).
Ich hatte gerade ein, zwei Fotos gemacht und wollte wieder ins Auto einsteigen. Da fing es plötzlich an, richtig riesige Hagelkörner zu regnen.
Der Hagel hatte, durchschnittlich, mindestens die Größe eines Tischtennisballs.

Ich habe die ersten Körner fliegen sehen und dachte mir nur: Zum Auto zurück schaffe ich es nicht, ohne getroffen zu werden. Einige Männer, welche mit unterm Dach standen um sich vor dem Regen zu schützen, haben mich und eine weitere Frau erstmal hinter sich an die Wand geschoben und sich vor uns gestellt, damit wir nicht getroffen wurden. Auch wenn wir unter einem Dach standen: Der Wind hat die "Eisbälle", unterm Dach durch, bis auf die andere Seite gefegt.

Ich stand nun also dort, mit ein paar Motorradfahrern, Fußgängern und weiteren Personen, welche sich alle gegen die Wand drückten, um nicht von irgendetwas Hartem getroffen zu werden. 
3 Meter von mir entfernt, sehe ich, dass Pichu das weiße Auto noch ein Stücken weiter unters Dach fuhr. Unter dem Dach standen noch zwei weitere Autos, direkt neben den Tanksäulen und zwei Motorräder, dessen Fahrer sich vor dem Hagel schützen wollten.
In dem Moment, hatte ich schon ein bisschen Schiss. Einer meiner Gedanken war: ‚Bitte Gott, lass mich nicht von so nem Teil getroffen werden.’ So große Hagelkörner habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen.

Ganz plötzlich gab es einen lauten Knall! Neben der Tankstelle, dort wo man Luftdruck und Öl überprüft, ist eine Elektroquelle explodiert. Ich hab nur einen ziemlichen Lärm und Funken gesehen und dann nichts mehr. Es wurde um uns herum stockdunkel. Stormausfall. In der ganzen Umgebung gab es kein Licht mehr. Die einzige Lichtquelle um uns rum kam von den Autos, welche ihre Scheinwerfer noch anhatten (jedoch ziemlich schwach - erinnert euch: der Sandsturm!).

Tina & Delia kamen zu der Zeit auf die geniale Idee: ‚Hoffentlich geht es Fiona gut. Gucken wir mal wo sie ist und wie es ihr geht. Sie ist da so alleine.’
Ich meine, eigentlich doch ziemlich dämlich, bei diesem Wetter aus dem Auto raus zu steigen. Pichu hat später erzählt, dass sie die Mädels eigtl aufhalten wollte auszusteigen (und glaubt mir: Dann wären Delia und Tina sicherlich auf der Rückbank des Autos geblieben), hat es aber aus irgendeinem Grund nicht gemacht.
So standen kurzerhand die beiden Mädels neben mir. Ich war so froh, nicht mehr „alleine“ dazu stehen. Ich hatte echt Angst bekommen, als die Explosion war und dann plötzlich noch das ganze Licht aus war.
Der Hagel wurde weniger und ich wollte gerade meine glorreiche Idee ausprobieren, und in diesem Stockdunkeln Bereich einen dicken Hagelkorn fotografieren.
Genau in dem Moment machte es einen Riesen-Krach und das Nächste, was ich sah, war ein Teil des Tankstellen-Dachs, das auf uns zugeflogen kam!!
Eins meiner "Regenbilder" - der Teil des Daches, den ihr oben sehen könnt, existiert nun nicht mehr!
Er landete auf dem weißen Auto rechts und blieb aufgrund der Tanksäule relativ "ruhig" liegen.

Das Dach traf zuerst unser Auto, flog drüber und, knapp an uns vorbei, landete es auf den beiden anderen Autos, wo es von der Tankstellensäule aufgehalten wurde.

Das silberne dort in der Mitte ist Dach!
Man kann es echt nur schlecht erkennen...
Wir drei Mädels standen unter Schock. Das erste, was wir gemacht haben, war ein lautes Sturmgebet. Alle drei gleichzeitig fingen wir an, Gott darum zu bitten, dass der Sturm aufhört, dass das Dach (welches immer noch am Wackeln war) nicht wieder auf uns zugeschnellt kommt, dass die Leute in dem Auto noch leben, dass es Pichu gut geht (die ja auch noch in unserem Auto saß) und so weiter.

Ich habe keine Ahnung, wie lange wir dort standen. Ich habe, seit wir auf die Tankstelle gefahren sind, keinerlei Zeitgefühl mehr gehabt.

Nachdem es nicht mehr so doll gestürmt hat und nur noch am Regnen war, kam Pichu aus dem Auto raus und ist zu uns gekommen. Ihr ging es glücklicherweise gut, auch wenn sie genauso unter Schock stand.

Alle Leute, gingen langsam zu ihren Autos zurück.
An unserem Auto wurden, durch den Aufprall des Daches, die Heckscheibe, sowie ein Spiegel und ein Hinterfenster zerstört. Das ganze Auto war von innen mit Glassplittern überseht.
kaputte Heckscheibe
Vorsicht: Glassplitter...

Pichu fuhr das Auto ganz langsam nach hinten raus – wir mussten total vorsichtig sein, denn es war total dunkel und vom Dach hingen einige gerissene Stromkabel herunter.
Wir haben uns von einem LKW-Fahrer eine Taschenlampe geliehen und, so gut es ging, die Fußmatten von Glassplittern befreit, um sie danach über die Sitze zu legen.
Fußmatten auf den Sitzen - zumind. an der Sitzkante konnte man halbwegs sicher hocken!


Ihr müsst euch also jetzt vorstellen: 4 Mädels, in Shorts, Top und FlipFlops (es war schließlich warm gewesen), klitschnass, und ein Auto mit Sitzen voller Glassplitter.
Wir haben uns dann ganz vorne auf die Kanten der Sitze gehockt und sind langsam nach Hause gefahren. Der ganze Verkehr war langsam: Es gab keine Straßenlaternen, kein Werbelicht, nichts, was irgendwie die Straßen beleuchtet hätte außer die Scheinwerfer (wobei unsere nicht wirklich was bringen – versucht das Auto mal in Deutschland durch den TÜF zu bekommen^^).

Zu Hause angekommen, haben uns Monica und Gaston, zsm mit den anderen Mädels, schon in Empfang genommen.
Da es kein Strom und somit auch kein Wasser gab, hieß es für uns: keine Dusche.
Wir Mädels waren jedoch mit Sand, Dreck und vor allem kleinen Glassplittern von Dach und Fenstern übersäht.
So wollten wir uns nicht ins Bett legen.
Nass, Dreckig, Fertig, aber glücklich und gesund!!
Und somit kamen wir, zum Abschluss dieses Abenteuers, noch zu einer gewaltigen Eimer-Dusche. Monica hatte noch ein paar volle Wassereimer, mit welchen wir uns überschüttet haben, um die Splitter und den Dreck zu entfernen.
Dann ging es auch schon ins Haus, in gemütliche Klamotten und relativ schnell ins Bett.

Schon gestern Abend im Haus, wirkte die ganze Geschichte, beim erzählen viel zu unreal. Aber heute Morgen, bei strahlendem Sonnenschein, kam mir das ganze noch viel unwirklicher vor.
Trotzdem: Die Nachrichten, Berichte und auch meine eigenen Erfahrungen zeigen etwas anderes.

Der Sturm war heftig. Die Leute sagen, so etwas haben sie hier noch nie erlebt. Roque Alonso (die Nachbarstadt, in welcher auch „unsere Tankstelle“ war) ist zu 50% zerstört. Es sind Dächer geflogen, Bäume und viele andere Dinge.
-Beim Shopping Mariano ist das Dach zerstört.
-Der Shopping del Pueblo (in welchem wir noch ein paar Minuten vorher waren) ist auch ziemlich kaputt. 
Shopping del Pueblo
-Vor dem Shopping Rural ist eine Säule umgefallen: direkt auf ein Auto drauf – dabei ist ein 16-Jähriges Mädchen gestorben. 
Shopping Rural - mit der roten Säule
-Vor dem Expo-Gelände sind 4 (oder 5) Soldaten vom Militär ums Leben gekommen.
-Im Supermarkt „Stock“ ist eine Kassiererin von umher fliegenden Gegenständen tödlich getroffen worden.

Es war eine heftige Nacht und ich weiß auch bei einigen Schülern von hier, dass bei Ihnen viel zerstört wurde.

Ich bin Gott so dankbar, dass wir lebend aus diesem „Abenteuer“ heraus gekommen sind. Dass er uns bewahrt hat und dass er all die dämlichen Ideen, welche wir hatten, zum Guten gewendet hat.

Ab und zu heute, habe ich mich gefragt, was wäre passiert, wenn wir nicht dort gehalten hätten? Wären wir heile nach Hause gekommen oder hätte uns etwas getroffen? Was wäre passiert, wenn ich nicht ausgestiegen wäre, was wenn Tina & Delia mir nicht hinterher gekommen wären? Was wenn Pichu nicht das Dach auf sie zufliegen gesehen hätte und sich geduckt hätte?
Es gibt so viele Fragen, aber im Endeffekt, bin ich einfach nur froh, dass wir leben. Uns allen ist nichts passiert und niemand von uns wurde irgendwie großartig verletzt.

Ich bin Gottes Gnade so dankbar. Ich bin mir total sicher, dass ich es nur ihm zu verdanken habe, dass ich jetzt hier sitzen kann und euch diese Geschichte schreibe.

Es war eine Erfahrung, ein Abenteuer und im Nachhinein schon irgendwie echt spannend.
In der Situation hatte ich einfach nur Angst, aber auch genau dies, hat mich zu der Zeit Gott so nahe spüren lassen. Er war die ganze Zeit da und hat mich beschützt.
Er hat alles genau richtig gemacht. 
An der Tankstelle, an der wir standen wurde keiner verletzt. Nicht mal mehr die Menschen, welche in den Autos waren, wo das Dach drauf gefallen ist.

Das ist somit das Einzige, was ich zum Abschluss noch sagen möchte:

Vielen, vielen Dank GOTT!!

Ein paar wenige Bilder vom nächsten Tag:
Vielleicht bekommt ihr ja einen kleinen Eindruck, wie Roque Alonso aussieht...

Stromleitungen, Schilder, Werbeplakate - alles umgekippt.

Dächer sind abgeflogen. (hinten das "orange-braune" Haus)

Obere Teile von Häusern wurden zerstört.

Bäume sind umgekippt und haben teilweise Wohnhäuse kaputt gehauen.

Ganze Mauerteile sind durch den Sturm eingestürzt.

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